Web 2.0-FAQ

Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Web 2.0

Juristische Probleme

Aussage: Das Veröffentlichen von Dokumenten, Exponaten, Büchern, usw. auf Internetplattformen ist problematisch, wenn Persönlichkeits- oder Urheberrechte verletzt werden.

Antwort: Natürlich dürfen bei der Präsentation von Inhalten im Internet keine Persönlichkeits- oder Urheberrechte verletzt werden. In den meisten Institutionen gibt es aber genug rechtefreie Akten, Bücher oder Objekte, um über Jahre hinweg interessante Projekte gestalten zu können. In manchen Fällen kann sicher auch mit den jeweiligen Rechteinhabern verhandelt werden.

Wissenschaftlicher oder kultureller Anspruch

Aussage: Eine Zusammenarbeit mit Plattformen wie Myspace.com und Youtube.com lassen sich nicht mit dem Anspruch wissenschaftlicher und kultureller Institutionen vereinbaren.

Antwort: Wenn man eine große Zahl an Internet-Benutzern für ein Themengebiet erreichen möchte, kommt man an diesen Plattformen nicht vorbei. Fakt ist, dass weitaus mehr Menschen ein Thema beachten, wenn es in ihrem persönlichen Kommunikationsumfeld präsentiert wird. Es gibt für jede Zielgruppe spezielle Plattformen, wobei einige Plattformen eine sehr große Reichweite haben. Eine Vielzahl von anerkannten Institutionen ist diesen Weg mit großem Erfolg gegangen. Beispiele können sie unter Links finden.

Finanzierung

Aussage: Unsere Institution verfügt nicht über ausreichende finanzielle Ressourcen.

Antwort: Für die Durchführung von derartigen Projekten stehen verschiedene Förderprogramme zu Verfügung. Zudem ergeben sich bei manchen Projekten auch Kooperationen mit Unternehmen und Stiftungen. Gerade im Bereich der Digitalisierung und der Verbreitung der Digitalisate im Internet stehen u.a. DFG-Förderprogramme zur Verfügung. Selbstverständlich muss aber immer ein wesentlicher Anteil in Eigenleistung erbracht werden.

Kommerzialisierung

Aussage: Ich möchte nicht die überall stattfindende Kommerzialisierung wissenschaftlicher und kultureller Inhalte unterstützen.

Antwort: Die Verwertung und Vermarktung von wissenschaftlichen und kulturellen Inhalten ist ein global agierender und äußerst großer Wirtschaftsbereich geworden. Es besteht in der Tat eine Gefahr, dass Medienkonzerne ihre Marktmacht derart missbrauchen, dass nur noch offensichtliche finanziell verwertbare Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese Medienkonzerne verfügen in der Regel aber nicht über die Inhalte, sondern nur über den Zugang zu den Inhalten. Das Verfügbar-Machen kultureller und wissenschaftlicher Inhalte durch Bibliotheken, Archive und Museen kann den Effekt der Kommerzialisierung zurückdrängen und den kostenlosen Zugang zu Kultur und Wissenschaft langfristig ermöglichen.

Praxis

Aussage: Unsere Institution verfügt nicht über das nötige Know How, um derartige Aktivitäten zu starten.

Antwort: Manchmal verfügen Institutionen tatsächlich nicht über das notwendige Know How, um mit Angeboten im Web 2.0 zu beginnen. Dann bietet es sich an, sich in fachspezifischen Netzwerken zu informieren. Einige engagierte Archivare, Bibliothekare und Museologen sind hier sehr aktiv. Auch die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister wie der Editura GmbH & Co. KG macht vieles einfacher ;-).

Frage: Gibt es Beispiele für Web 2.0 in Archiven, Bibliotheken und Museen?

Antwort: Selbstverständlich. Über die Bilder rechts sind einige Interessante Angebote verlinkt, weitere Beispiele finden Sie auf unserer Link-Seite.

Frage: Womit sollen wir beginnen?

Antwort: Es ist egal, womit Sie beginnen, aber beginnen Sie! Wichtig ist, interessante Inhalte für ein erstes Angebot zu finden und diese beherzt online zu stellen. Parallel dazu sollten Sie sofort das Web 2.0 nutzen, um mit Ihren Benutzern ins Gespräch zu kommen. Das weitere ergibt sich oft von allein. Und noch ein Tipp: Erfinden Sie nicht das Rad neu! Greifen Sie auf bewährte Formate (Blog, Wiki, Podcast), verbreitete Standards und offene Schnittstellen zurück. Das erleichtert Ihnen und anderen die einfache und nachhaltige Nutzung Ihres Angebotes.