Benutzungsoberfläche

Von Dateibetrachtern bis zu komplexen Datenbanken

Damit die digitalisierten Daten benutzerfreundlich angezeigt und durchsucht werden können, erhalten sie eine Benutzungsoberfläche. Die Spannbreite reicht hier von einfachen Dateibetrachtern bis zu komplexen Datenbanken.

In der Praxis haben sich einige wenige Programmtypen durchgesetzt:

1. Digitale Bibliotheken (Images)
Bei Image-Digitalisierungen kommen meist sogenannte Page-Turner zum Einsatz. Viele Programme erlauben ein lineares Blättern durch die Seiten (DFG-Viewer), können einen Inhaltsbaum anzeigen (METSview) oder erlauben eine Volltextsuche über eine eventuell hinterlegte Roh-OCR (Libreka). Auch bei Image-Digitalisierungen sollte eine bandübergreifende Suchfunktion für Metadaten (wie Autor und Titel) vorhanden sein.

2. Digitale Bibliotheken (Volltext)
Bei Volltext-Bibliotheken sind zwei Software-Gruppen von Bedeutung. Einerseits gibt es spezielle Anwendungsprogramme, die oft über umfangreiche Recherche-, Markierungs- und Annotationsfunktionen verfügen. Ein Beispiel ist die Software der Digitalen Bibliothek der Directmedia Publishing GmbH. Andererseits haben browserbasierte Online-Bibliotheken eine große Bedeutung. Auch hier reicht die Bandbreite von einfachen Textverzeichnissen (Projekt Lyriktheorie) bis zu extra programmierten Anwendungen, die spezielle Funktionen ermöglichen (Krünitz Online).

3. Bibliotheks-Kataloge (IPAC/OPAC)
In den Anfangsjahren der Retrodigitalisierung wurden viele Zettelkataloge als Images mit hinterlegter Roh-OCR digitalisiert. Die entsprechenden Kataloge im Internet (IPAC – Image Public Access Catalogue) können Bild für Bild oder in Sprüngen durchgesehen werden, oft gibt es einen Index für jede 50. Karte oder eine Volltextsuche über die Roh-OCR.

Heute haben viele Bibliotheken eine Software, um ihre Medien zu verwalten. Im Volltext digitalisierte und strukturierte Zettelkataloge werden in diese Programme importiert. Meist gibt es ein Software-Modul, dass eine Recherche in der Datenbank, die Bestellung von Medien usw. über das Internet ermöglicht. (OPAC – Online Public Access Catalogue).

4. Findmittel im Archiv
Größere Archive verwalten ihre Bestände meist mit einer Archivsoftware (z.B. scopeArchiv, Augias, FAUST oder VERA). Diese kann digitalisierte Findmittel importieren sowie gedruckte und Online-Findbücher exportieren. Weit verbreitet sind auch reine Findbuch-Editoren wie MidosaXML oder MEX, die Daten importieren und Findbücher exportieren können. In Online-Findbüchern ist eine Volltextsuche möglich, und in der Regel sind auch Vorwort, Einleitung, Index und Abkürzungsverzeichnis verfügbar.