Virtuelle Fachbibliothek Benelux ist online gegangen

vifa-beneluxAm vergangenen Wochenende fiel der Startschuß für ViFa Benelux, das neue Fachportal für die Niederlandistik, Niederlande-, Belgien- und Luxemburgforschung sowie für die Frisistik und Afrikaanse Philologie, auf der Tagung des Niederlandistenverbandes an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.

Virtuelle Fachbibliotheken sind eine Spezialform der virtuellen Bibliotheken. Sie dienen als Rechercheplattform für im Internet weit verstreute Informationen zu einem speziellen Fachgebiet. Nun ist zu den zahlreichen schon vorhandenen virtuellen Fachbibliotheken eine für das Themengebiet Niederlandistik, Belgien und Luxemburgforschung hinzugekommen. Ziel des Portals ist es, Wissenschaftlern und Studierenden einen One-Stop-Shop für die Online-Recherche zu bieten sowie den fachlichen Austausch zu fördern. Die ViFa Benelux ist ein Projekt des Sondersammelgebiets Benelux im Rahmen der überregionalen Literaturversorgung. Gemeinsame Projektnehmer sind die Universitäts- und Landesbibliothek Münster und die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Letztere übernahm vor allem die technische Umsetzung der Plattform.

Welche Informationen und Recherchemöglichkeiten kann der Nutzer auf ViFa Benelux erwarten?

Die sehr aufgeräumte, informative und sehr benutzerfreundliche Webseite von ViFa Benelux bietet dem Nutzer zunächst als Startseite eine Suchfunktion. Darüber hinaus kann der User über die linke Navigation unter »Aktuelles« aktuelle Informationen zu allen Themen der Plattform finden. Hauptsächlich fließen hier die Beiträge aus dem ViFa Benelux Blog ein. Unter »E-Zeitschriften« gibt es – geordnet nach Themen wie Allgemeines, Fachübergreifendes, Bibliotheks-, Informations-, Wissenschafts- und Museumswesen, Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Geographie, Landeskunde, Medien, Kommunikation, Publizistik, Theater, Film, Niederlandistik, Afrikaans, Friesisch, Politik, Religion, Philosophie, Soziologie, Ethnologie, Volkskunde und Wirtschaftswissenschaften – die Möglichkeiten, auf Informationen über 223 elektronische Zeitschriften, viele als Open Access, zuzugreifen. Im Gegensatz zur Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) bietet ViFa Benelux neben den Links zu den einzelnen Zeitschriften jeweils eine hilfreiche Metadaten-Übersicht.

Ähnlich wie das Untermenü »E-Zeitschriften« ist der Bereich »Datenbanken« aufgebaut. Auch hier kann der Nutzer geordnet nach den Fachgebieten in themenrelevanten Datenbanken recherchieren. Wiederum bietet Vifa Benelux Metadaten zu den einzelnen Datenbanken an.

Ein weiterer Pluspunkt für ViFa Benelux ist der im Aufbau begriffene Dokumentenserver, auf dem Fachpublikationen wie Zeitschriftenaufsätze, Aufsätze aus Sammelbänden, Monographien, Dissertationen und Habilitationsschriften, Konferenzbeiträge, Vorträge, Forschungs- und Projektberichte etc. in Open-Access-Form an einer Stelle zugänglich gemacht werden sollen. Aufwendige Recherche im Netz entfällt somit glücklicherweise. »Benelux-Dok ist sowohl für Erst- als auch für Parallelveröffentlichungen sowie für Pre- und Postprints gedacht. Mittel- bis langfristig kann das Repositorium auch als Publikationsort für Online-Fachzeitschriften oder spezielle Fachreihen genutzt werden«, verspricht ViFa Benelux. Mögliche Autoren werden aufgefordert, sich direkt am Aufbau mit der Einreichung entsprechender Publikationen aktiv zu beteiligen.

Als vierte Säule von ViFa Benelux ist das Wiki »Forschungsführer« zu nennen, mit dem Wissenschaftler, aber auch Journalisten nach Experten für bestimmte Fachgebiete, Projekte oder Institutionen suchen können. Die entsprechenden Kontaktdaten werden bereitgestellt. Dieses Wiki ist ein wichtiges Instrument zur Vernetzung innerhalb des Fachgebietes, aber auch für die Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Gut wäre, wenn dieses Wiki bzw. ViFa Benelux von den entsprechenden Wissenschaftlern und Forschungseinrichtungen verlinkt würde bzw. die Daten auch entsprechend zukünftig gepflegt werden würden. Letzteres wird durch das Wiki-Prinzip in die Verantwortung der Forscher selbst gelegt. Man kann nur hoffen, daß diese Chancen genutzt werden.

Etwas irritierend ist der Menüpunkt »Wiss. Arbeiten«. Dahinter verbirgt sich nicht, wie der Titel vermuten lässt, eine Sammlung wissenschaftlicher Arbeiten, sondern LOTSE, ein Führungsportal zur Suche von Informationen, Kontaktdaten etc. Diverse Bibliotheken sind mit ihrem LOTSE-Angebot angeschlossen.

Unter »Neuerwerbungsdienst« kann der Nutzer sich über Neuerwerbungen der beiden die Plattform betreibenden Bibliotheken, der Universitäts- und Landesbibliothek Münster und der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln – u. a. per RSS-Feed – informieren lassen. Nutzerfreundlich wäre es, an dieser Stelle automatisiert eine Liste der Neuerwerbungen einfließen zu lassen, in der man recherchieren sowie über einen Button in der jeweiligen Bibliothek bestellen oder der man die Signatur im Freihandbereich entnehmen kann.

Über einen Newsletter kann man sich über Aktualisierungen und neue Funktionen von ViFa Benelux informieren lassen, ein Kontaktformular rundet das Angebot ab.

Insgesamt macht ViFa Benelux einen sehr aufgeräumten, übersichtlichen, seine Idee gut umsetzenden Eindruck und wird für alle Wissenschaftler zu diesem Themengebiet eine große Erleichterung in der Recherche zu Publikationen und entsprechenden Fachkollegen, Instituten und Projekten sein. Ebenso können – wie schon erwähnt – Journalisten das Portal als Einstiegsmöglichkeit für eine Recherche nach Experten nutzen, somit dient ViFa Benelux auch indirekt der Öffentlichkeitsarbeit.

Wir wünschen ViFa Benelux alles Gute, viele Nutzer und eine lange Lebensdauer!

Hier der Link zur Webseite ViFa Benelux

Hier der Link zum Blog von ViFa Benelux

Weitere Informationen zu ViFa Benelux finden Sie hier

Perlen der Woche 10/2012: Tag der Archive in Münster, 28 Jahre Archivdienst und DFG-Workshop Innovatives Informationsmanagement

Perle der WocheIm Laufe der Woche finden wir interessante und spannende Beiträge, Informationen, Videos oder Podcasts rund um das Thema Digitalisierung, Archiv, Bibliotheken und Museum, die wir auf Twitter oder Google+ posten. Hier sind unsere 5 ausgewählte »Perlen«, die uns besonders wichtig und bemerkenswert fanden.

1. Perle: »Die Frau hinter den Akten«

28 Jahre Berufserfahrung hat Edith Kalbskopf, die im Marktredwitzer Archiv arbeitet. Wie sich ihre Tätigkeit im Laufe der Zeit und vor allem seit der beginnenden Digitalisierung gewandelt hat, zeigt der Artikel.

Hier der Link zum Artikel »Die Frau hinter den Akten«

2. Perle: »Uni Greifswald zeigt ihre Schätze im Internet«

Ihre wissenschaftlichen Sammlungen präsentiert die Universität Greifswald im Internet. Vor zwei Jahren begann man das Projekt, nun sind die ersten 5300 der insgesamt 5,7 Millionen Objekte im Internet abrufbar.

Hier der Link zum Artikel »Uni Greifswald zeigt ihre Schätze im Internet«

3. Perle: »DFG-Abschlussworkshop ›Innovatives Informationsmanagement‹«

Um die Leistungsfähigkeit der Hochschulen beim Informationsmanagement in Forschung und Lehre zu stärken, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahr 2002 eine Maßnahme zum Aufbau von Leistungszentren bekannt gegeben. Die Ergebnisse und Zukunftsperspektiven der vier Projekte aus dem Schwerpunktbereich »Digitale Text- und Datenzentren zur Sammlung, Sicherung und Bereitstellung digitaler Quellenbestände in Forschung und Lehre« wurden jetzt von den Projektteams der verschiedenen Hochschulen bei einem Abschlussworkshop an der FernUniversität in Hagen vorgestellt.

Hier der Link zum Artikel »DFG-Abschlussworkshop ›Innovatives Informationsmanagement‹«

4. Perle: »Der Trend heißt Digitalisierung«

Letztes Wochenende fand der Tag der Archive statt (vgl. unseren Beitrag dazu »Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen«: Tag der Archive am 3./4. März«). Die Westfälischen Nachrichten berichteten über die Aktionen der Archive in Münster.

Hier der Link zum Artikel »Der Trend heißt Digitalisierung«

5. Perle: »›Neueste Zeitung‹ online«

Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main und die Frankfurter Societäts-Medien GmbH (FSM) haben in einem Kooperationsprojekt das einzig erhaltene Exemplar der Frankfurter »Neuesten Zeitung« online zugänglich gemacht.

Hier der Link zum Artikel »›Neueste Zeitung‹ online«

Bildquelle: Perlen der Woche: ausgewählte Linktipps zu Digitalisierung, Archiv, Bibliothek und Museum. Foto: Grace Winter/pixelio.de

Perlen der Woche 9/2012: Museo-Blogparade, OpenStreetMap für Bibliotheken und Musikarchiv digital

Perle der Woche

Im Laufe der Woche finden wir interessante und spannende Beiträge, Informationen, Videos oder Podcasts rund um das Thema Digitalisierung, Archiv, Bibliotheken und Museum, die wir auf Twitter oder Google+ posten. Hier sind unsere 5 ausgewählte »Perlen«, die uns besonders wichtig und bemerkenswert fanden.

1. Perle: »Auf den Inhalt kommt es nicht an. Über Massen-Reprints aus den USA und die Privatisierung öffentlicher Bibliotheksbestände«

Clemens Alexander Wimmer hat einen interessanten Aufsatz über die Massendigitalisierung, wie beispielsweise von Google, geschrieben. Dabei geht es u. a. um die Frage der Qualitätssicherung.

Hier der Link zum Artikel »Auf den Inhalt kommt es nicht an. Über Massen-Reprints aus den USA und die Privatisierung öffentlicher Bibliotheksbestände«

2. Perle: »Musikarchiv digital – Alte Noten online«

Die Märkische Oderzeitung berichtet über die Digitalisierung der Musikalien der Dresdner Hofkapelle, die die SLUB gerade vornimmt.

Hier der Link zum Artikel »Musikarchiv digital – Alte Noten online«

3. Perle: »Wie trägt man eine Bibliothek in OpenStreetMap (OSM) ein?«

OpenStreetMap ist nicht nur für Bibliotheken, sondern auch für andere kulturelle Institutionen wie Archive, Museen, Theater eine gute Möglichkeit zum geographisch basierten Marketing. Wie man seine Einrichtung einträgt, wird sehr gut nachvollziehbar im Blog Infobib erklärt.

Hier der Link zum Artikel »Wie trägt man eine Bibliothek in OpenStreetMap (OSM) ein?«

4. Perle: »Bibliotheksverband kritisiert aktuell diskutierte Fassung der EU-Richtlinie zu verwaisten Werken«

Der Deutsche Bibliotheksverband kritisiert den aktuellen Entwurf der EU-Richtlinie zu verwaisten Werken. Die darin u. a. enthaltene sorgfältige Suche nach den Urhebern ist nicht praxistauglich und verschließt in ihrer Endkonsequenz zahlreiche kulturelle Werke vor einer Digitalisierung und damit öffentlichen Zugänglichmachung, so der Bibliotheksverband.

Hier der Link zum Artikel »Bibliotheksverband kritisiert aktuell diskutierte Fassung der EU-Richtlinie zu verwaisten Werken«

5. Perle: »Aufruf zur MUSEO-Blog-Parade 2012: Was ist Euer herausragendes Thema für 2012?«

Das Blog des Münchner Residenzmuseums ruft zu einer interessanten Blogparade auf. Thema ist ein interessantes Projekt aus der Museums- und Kulturwelt für das Jahr 2012 vorzustellen. So soll mit den verschiedenen Blogbeiträgen ein Kaleidoskop kultureller Vielfalt gezeigt werden. Wer macht mit?

Hier der Link zum Artikel »Aufruf zur MUSEO-Blog-Parade 2012: Was ist Euer herausragendes Thema für 2012?«

Bildquelle: Perlen der Woche: ausgewählte Linktipps zu Digitalisierung, Archiv, Bibliothek und Museum. Foto: Grace Winter/pixelio.de