#loveheritage – humorvolle Aktion von Archiven, Bibliotheken, Museen zum Valentinstag

Valentinstag

Eigentlich verbindet man den Valentinstag als Tag der Liebenden eher mit Blumen- oder Süßigkeitsläden – böse Zungen behaupten sogar, daß eigens die Blumenbranche diesen Tag zur Ankurbelung ihrer Geschäfte so massiv in Mode gebracht haben – als mit Archiven. Aber dieses Jahr wird sich das mit der Aktion #loveheritage ändern.

Die Archivare Charlotte, Bente, Poulus, Anneke von #followanarchive rufen zur witzigen Aktion Valentine’s Day 2012 in archives auf. An diesem Tag beherrschen romantische Stimmungen, Bilder, Musikstücke gewollt oder ungewollt unseren Alltag. Das Wort Liebe schwirrt den ganzen Tag in unseren Gedanken, Gesprächen umher – zumindest versucht es die Blumenindustrie ;-), s. obere böse Zungen. Liebe trifft man jedoch auch an Orten, die man nicht in erster Linie mit dem Begriff assoziiert, z. B. in Archiven.

Genau an dieser Stelle setzt die Aktion Valentine’s Day 2012 in archives an. Die vier Archivare glauben, daß es in jedem Archiv, jeder Bibliothek, jedem Museum zahlreiche Dokumente rund um das Thema Liebe gibt – nicht nur im eigentlichen Sinne zwischen zwei Menschen, sondern auch zwischen Eltern und Kindern, Menschen und ihren Haustieren, zu Gott etc.
Präsentieren Sie, liebe Archivare, Bibliothekare und Museologen, Ihre Dokumente, Bilder, Karten, Ausstellungsstücke, Fotografien etc. zum Stichwort Liebe auf Ihrem Blog, Ihrer Facebook-Seite, auf Flickr, Picasa, auf Youtube oder in Twitter. Fügen Sie überall den Hashtag #loveheritage bei und machen Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen Archive, Bibliotheken und Museen zum neuen Liebesort.

Ich bin auf die Beiträge gespannt und freue mich, wenn wir #loveheritage zum Trendthema am Valentinstag machen können! Zeigen Sie, was in Ihrem Archiv, Ihrer Bibliothek oder in Ihrem Museum steckt!

Alle Infos zur Aktion und Links zu den Beiträgen finden Sie hier.

Foto: Gerd Altmann/Shape:photoshopgraphics.com / pixelio.de

Buchdruckmaschinen: Neue Serviceleistungen für Bibliotheken?

Wenn man so will, ist die Idee von Buchdruckmaschinen in Bibliotheken als Serviceleistung eine konsequente Fortsetzung des Digitalisierungsidee.

Im Grunde ist die Vorstellung schon kurios. Da gibt es in einer Bibliothek Tausende oder Millionen gedruckte Bücher, die je nach Urheberrechtsstatus mit Erlaubnis der Verlage oder als gemeinfreie Werke von den Bibliotheken eingescannt und indiziert, also digitalisiert werden – meist mit dem Ziel, die Originale zu schonen und die Inhalte (welt-)weit verfügbar zu machen. Und nun gibt es Maschinen, die so kompakt sind, daß Bibliotheksnutzer mit ihnen diese Digitalisate wiederum ausdrucken und zu Büchern binden können. Also zurück zum Ursprung? Ist das nicht etwas irrsinnig? Nicht ganz, wenn man sich den Nutzen dieser Buchdruckmaschinen genauer durchdenkt.

Mit der Digitalisierung stehen dem Nutzer elektronische Sammlungen zur Verfügung, in denen er schnell und bequem für sein Forschungsvorhaben, nach seinen Interessen recherchieren und im Idealfall sein eigenes, individuelles Dossier zusammenstellen kann. Optimal wäre es, wenn er dieses Dossier nicht nur lokal in der Bibliothek, sondern auf allen geeigneten Abspielgeräten wie eigenen Laptops, Tablets, Smartphones etc. nutzen könnte. Jedoch ist diese globale Nutzung eines eigenen Dossiers oft noch Zukunftsmusik, teils aus technischen, teils aus urheberrechtlichen Beschränkungen. Hier (und natürlich bei vielen anderen Gelegenheiten auch) ist ein Papierausdruck eine naheliegende Nutzungsmöglichkeit der Digitalisate.

Eine Buchdruckmaschine, wie sie im folgenden Film vorgestellt wird, wäre dann sehr nützlich. Als Bibliotheksnutzer hätte man die Möglichkeit, größere Mengen an (individuell zusammengestellten) Digitalisaten selbst auszudrucken und sie zudem binden zu lassen – ein entscheidender Vorteil gegenüber den losen Blätterbündeln einer Kopie, die einen durch das Studium bzw. Forschungsleben begleiten.

Natürlich gibt es neben den Kostenfragen (Kauf, Wartung) auch urheberrechtliche Punkte zu bedenken. Bei gemeinfreien Werken stellt das Ausdrucken kein Problem dar, wohl aber bei Digitalisierungsprojekten, die urheberrechtlich geschützte Werke umfassen. Bei positiver Klärung der wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen wäre eine Buchdruck- und Bindemaschine aber ein weiterer Schritt auf dem Weg von der Bibliothek als Bücherort zum Servicedienstleister in der Informationsgesellschaft.

Darüber hinaus eignet sich solch eine Maschine als universitäre Anschaffung auch für die Lehre, um organisatorisch recht einfach z. B. Skripte der Lehrenden für die Studenten anzubieten. In letzter Konsequenz heißt dies – analog zu den Digitalisaten in den Bibliotheken – eine Umgehung von Dienstleistungen der Verlage. Selfpublishing würde dann also auch im akademischen Bereich eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz für die Verlagswelt werden.