Findmittel als E-Book im EPUB-Format?

Kooperierendes Archiv gesucht

Eine Anfrage auf der EAD-Mailingliste zur Konvertierung von EAD nach EPUB hat uns an eine alte Idee erinnert. Im Herbst 2010 sind wir mit ein paar Beispielen von Findmitteln als EPUB an verschiedene deutsche Archive herangetreten, die Resonanz war aber kaum messbar. Vielleicht sieht die Welt ein Jahr später etwas anders aus? Wir würden das gern herausfinden.

Dazu suchen wir ein Archiv, das mit uns zusammen ein Findbuch nach EPUB konvertiert und uns gestattet, es als Beispiel in die freie Wildbahn zu entlassen. Schön wäre außerdem, wenn das Archiv das EPUB-Findbuch seinen Benutzern anbieten und gelegentlich von den Erfahrungen damit berichten würde. Am praktischen Beispiel lässt sich dann vielleicht der Nutzen und die Nutzung von EPUB-Findmitteln besser abschätzen als in der grauen Theorie.

Voraussetzungen sind, dass eine EAD- oder SAFT-Datei – möglichst nach dem Profil der Koordinierungsstelle Retrokonversion an der Archivschule Marburg – vorliegt, und dass das Archiv über die notwendigen Rechte verfügt, um das Findbuch im Internet vervielfältigen und verbreiten zu können.

EPUB (kurz für electronic publication) ist ein XML-basiertes Format für E-Books. Als weit verbreiteter Standard wird es von vielen E-Book-Lesegeräten, Tablet-Computern wie Apples iPad und natürlich auch PCs unterstützt.

Ob Findmittel als E-Book ein Erfolg werden, lässt sich schwer prognostizieren. Einerseits wird die Gerätebasis immer breiter – vor allem auf Grund der mobilen Endgeräte. Und Lesezeichen, Annotation oder Kommentare innerhalb der Lesesoftware personalisieren das jeweilige Exemplar. Andererseits sind Findmittel nicht unbedingt klassische Lektüre, und über das Internet sind viele digitalisierte Findmittel ohnehin zugänglich. Wir werden das aber nur herausfinden, wenn wir es ausprobieren.

Falls Sie experimentierfreudig sind und Interesse an diesem Projekt haben, würde ich mich über eine direkte Kontaktaufnahme freuen (am besten per Mail an stefan.krause@editura.de oder telefonisch unter +49 (30) 789 59 49 66). Auch allgemeine Anmerkungen und Meinungen zu diesem Thema interessieren mich, z.B. als Kommentar zu diesem Beitrag.

Feuerlösch-Schulung gem. §22 BGV A1

Sven und Raul im Einsatz mit Wasserlöschern

Unternehmer sind von den Berufsgenossenschaften angehalten, „eine ausreichende Anzahl von Versicherten durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen“. Vor diesem Hintergrund haben wir am 14. Oktober 2011 unsere letzte Schulung „Unterweisung Handfeuerlöscher mit Feuerlöschübung“ mit folgenden Inhalten durchgeführt:

A) Theoretische Grundlagen

Hier wurden die physikalisch-chemischen Grundlagen der Verbrennung (magisches Dreieck des Feuers) und des Löschens (Glut kühlen, Feuer ersticken), die fünf Brandklassen (A – F), die sieben Feuerlöschtypen, die unterschiedlichsten Auslösevorrichtungen sowie die wichtigsten Feuerlöschstrategien (Die sechs Feuerlösch-Regeln) behandelt.

B) Veranschaulichung der Grundlagen

Wasserlöscher, CO²-Löscher und Brandsimulator

Nachdem die Grundlagen gelegt waren, wurde das komplette Thema nochmals filmisch aufgearbeitet. Hierbei wurden auch einige Sondereffekte sehr gut vorgeführt (Löschen eines Metallbrandes mit Wasser (Knallgasexplosion) oder das Löschen einer Fettverbrennung mit Wasser (Inferno)). Durch diesen Beitrag konnten die Grundlagen nochmals gefestigt werden.

C) Praktische Umsetzung der Grundlagen

Der praktische Teil fand dann auf dem Firmengelände der DEKRA am ehem. Flughafen Tempelhof statt. Hier wurden der Brand eines Mülleimers, eines offenen Feuers und eines Fettbrandes simuliert. Zur Verfügung standen drei Wasser- und ein CO2-Löscher. Gelöscht wurden nur die ersten beiden Brände und zwar so lange, bis alle Feuerlöscher leer waren.

Fazit/ Resümee

Fettbrandexplosion

Insgesamt wurde durch die Schulung das Verständnis für das Feuer und dessen Bekämpfung stark erhöht. Auch der korrekte Umgang mit Feuerlöschern ist nun jedem Teilnehmer geläufig. Lediglich die Dauer der Schulung (drei Stunden) könnte noch optimiert werden. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für das Engagement unseres Referenten Herrn Dr. Lengert.

81. Deutscher Archivtag und Archivistica 2011 in Bremen

Archivistica 2011

Vom 21. bis 23. September 2011 fand in Bremen der 81. Deutsche Archivtag statt. Er wurde begleitet von der Fachmesse Archivistica 2011, die nach Angaben des Veranstalters VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare – die größte Fachmesse für Archivtechnik Europas ist. Seit dem 75. Archivtag in Stuttgart 2005 nehmen wir als Aussteller an dieser alljährlichen Veranstaltung teil, und so waren wir auch in diesem Jahr wieder mit einem Stand vor Ort.

Wir erlebten eine sehr gelungene Veranstaltung. Der Tagungsort, das Congress Centrum der Messe Bremen, trug ganz wesentlich zur allgemein guten Stimmung unter Ausstellern, Tagungsteilnehmern, Gästen und nicht zuletzt den Veranstaltern bei. Die Räume waren modern, offen und einladend. Die enge Verzahnung der Vortragssäle mit der Archivistica kam uns – als Aussteller – sehr entgegen. Die Organisation klappte perfekt, und selbst das wunderbare spätsommerliche Wetter trug seinen Teil bei.

Erfreulicherweise kamen nicht nur die über 800 Tagungsteilnehmer als Besucher zur Messe, sondern auch fachverwandte Interessierte aus Bibliotheken und Verlagen Bremens und der Umgebung.

Doch nichts ist so gut, dass es nicht verbessert werden könnte: das einzige Manko aus unserer Sicht war das fehlende W-LAN für die Teilnehmer. Insbesondere nach der sympathisc

hen Idee, Studierende aus dem Fachgebiet Archivwesen von der FH Potsdam und der Archivschule Marburg als »fliegende Reporter« in die einzelnen Veranstaltungen zu senden und ihre Berichte zeitnah auf den Seiten der Archivschule zu veröffentlichen, war die Hoffnung nicht unbegründet, eine tagungsbegleitende Diskussion und Reflexion im Netz zu finden. Bis zum letzten Veranstaltungstag waren dann vier Beiträge der fliegenden Reporter online, inzwischen sind es 15 . Dazu kommen vier aktive Twitterer (und hoffentlich zahlreiche Follower) sowie im Nachgang einzelne Blogbeiträge zum Archivtag 2011. Die Themenfelder Web 2.0 und Kommunikation über digitale Medien bleiben wohl auf längere Sicht für Archive und Archivare ausbaufähig.

Dessen ungeachtet widmen wir ein besonders herzliches Dankeschön den Organisatoren: Vorbereitung, Auf- und Abbau haben reibungslos geklappt. Wir bedanken uns auch bei den Twitterern und fliegenden Reportern sowie unseren Gästen am Stand für die schönen Tage in Bremen! Unter diesen Vorzeichen kommen wir gern im nächsten Jahr nach Köln.