Crowdsourcing für Archive

Gelesen: »Personenstandsarchive im Web 2.0 am Beispiel des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen« von Dr. Sina Westphal

Anfang des Jahres reichte Dr. Sina Westphal eine Studie zum Thema »Personenstandsarchive im Web 2.0 am Beispiel des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen« ein, welche vor kurzem veröffentlicht wurde. Inhaltlicher Schwerpunkt der Transferarbeit ist das Verkartungsprojekt des Landesarchivs und die Möglichkeit einer Fortführung dieses Projekt als Crowdsourcing im Kontext der Web-2.0-Nutzung.

Nach einer kompakten Einleitung wird beschrieben, was das Verkartungsprojekt bedeutet und wie die »Projektimplementierung: Verkartung 2.0« von statten gehen kann. Anschließend werden archivpolitische Fragen untersucht, bevor am Ende eine Auswertung der Ergebnisse folgt.

Zu Beginn der Studie weist die Verfasserin auf den Paradigmenwechsel von Archiven in Zusammenhang mit dem Web 2.0 hin, speziell über die Entwicklung und den daraus resultierenden Begriff »Archiv 2.0«, welcher als »Mitmacharchiv« ausführlich erläutert wird. Ebenfalls explizit wird der Begriff »Crowdsourcing« erklärt und anhand von Beispielen darauf aufmerksam gemacht, wie solch ein Konzept umzusetzen ist. Daraus ergibt sich schließlich die grobe Fragestellung: Inwiefern und mit welchen Strukturen empfiehlt sich für das analoge Personenstandsarchiv des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen eine Umwandlung in ein Crowdsourcing-Projekt einschließlich der dafür notwendigen Web-2.0-Umgebung?

Genealogisch relevante Daten aus Kirchen- und Zivilstandsregistern werden von Forschern zunehmend mit hohem Interesse begutachtet. Schon 2008 ging das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in eine dem Crowdsourcing ähnliche Richtung, als es interessierten Nutzern digitale Kirchenbuchduplikate und Zivilstandsregister auf Datenträgern zur Verfügung stellte und die erfassten Daten übernahm. Eine Veröffentlichung im Internet war zu diesem Zeitpunkt noch nicht angedacht.

Um das ganze fortzusetzen, ist nach der Verfasserin der nächste logische Schritt, das Projekt mit der Web 2.0-Funktion des Crowdsourcing zu ergänzen. Sie weist auf mögliche Probleme ebenso hin wie auch auf Lösungsansätze und stellt anschaulich dar, auf welche Art und Weise die »Projektimplementierung: Verkartung 2.0« funktionieren kann. Dabei untersucht sie unter anderem, ob die Umsetzung im Archiv oder mit Hilfe externer Partner erfolgen soll.

Im Ergebnis der Studie empfiehlt die Autorin ein Crowdsourcing-Projekt zur Verkartung. Voraussetzungen dafür sind die Klärung finanzieller, rechtlicher und archivpolitischer Fragen sowie die Möglichkeit eines Datenimports in die Archivsoftware.

Informativ & lesenswert!

Patrick Ludwig | Praktikant | FH Potsdam (Bibliotheksmanagement)

Perlen der Woche 14/2012: Strahlkraft der Buchbranche,Kampf der eBook-Giganten und Digitalisierung in den Schulbuchverlagen

Perle der WocheIm Laufe der Woche finden wir interessante und spannende Beiträge, Informationen, Videos oder Podcasts rund um das Thema Digitalisierung, Archiv, Bibliotheken und Museum, die wir auf Twitter oder Google+ posten. Hier sind unsere 5 ausgewählte »Perlen«, die uns besonders wichtig und bemerkenswert fanden.

1. Perle: »Apple versus Amazon. Der Kampf der E-Book-Giganten«

Hilft die Kartellklage des US-Justizministerium gegen Apple, den Verkauf von eBooks zukünftig zu fördern?

Hier der Link zum Artikel »Apple versus Amazon. Der Kampf der E-Book-Giganten«

2. Perle: »Westermann-Verlag: „Reine Verbotspolitik hilft gegen illegales Einscannen nicht weiter“. Interview mit Geschäftsführer Dr. Peter Schell«

Wie gehen Schulbuchverlage mit de Digitalisierung um? Lesenswertes Interview mit dem Geschäftsführer des Westermann Verlages.

Hier der Link zum Artikel »Westermann-Verlag: „Reine Verbotspolitik hilft gegen illegales Einscannen nicht weiter“. Interview mit Geschäftsführer Dr. Peter Schell«

3. Perle: »Google sponsert belgisches Museum«

Am Dienstag verkündete Google eine Kooperation mit dem Museum „Mundaneum“ in Mons, Belgien. Der Suchmaschinenkonzern interessiert sich vor allem für ein System aus 16 Mio. Indexkarten, mit dem versucht wurde, das Wissen des 19. Jahrhunderts in einer Datenbank zu sammeln. Google sieht darin eine Art analoge Vorstufe zum Internet.

Hier der Link zum Artikel »Google sponsert belgisches Museum«

4. Perle: »Digitalisierung der Veröffentlichung “Argentinischer Volksfreund”«

Aus Mitteln des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amtes wird die Digitalisierung der Veröffentlichung Argentinischer Volksfreund finanziert. Publiziert wurde sie von 1895 bis 1960 in deutscher Sprache für wolgadeutsche Einwanderer aus Russland nach Argentinien.

Hier der Link zum Artikel »Digitalisierung der Veröffentlichung “Argentinischer Volksfreund”«

5. Perle: »Jörg Robbert fordert eine neue Selbstwahrnehmung der Branche: „Die Branche hat noch Strahlkraft“«

Entgegen zahlreichen Berichten und Meinungen, die über die schlechte Situation des stationären Buchhandels klagen, verweist Buchhändler Jörg Robbert auf die noch große Strahlkraft der Buchbranche, in der auch neue Buchläden eröffnet werden können.

Hier der Link zum Artikel »Jörg Robbert fordert eine neue Selbstwahrnehmung der Branche: „Die Branche hat noch Strahlkraft“«

Bildquelle: Perlen der Woche: ausgewählte Linktipps zu Digitalisierung, Archiv, Bibliothek und Museum. Foto: Grace Winter/pixelio.de

Perlen der Woche 14/2012: Google Art Project, eBook-Flatrate in den USA und Quo vadis nutzergenerierte Metadaten?

Perle der Woche
Im Laufe der Woche finden wir interessante und spannende Beiträge, Informationen, Videos oder Podcasts rund um das Thema Digitalisierung, Archiv, Bibliotheken und Museum, die wir auf Twitter oder Google+ posten. Hier sind unsere 5 ausgewählte »Perlen«, die uns besonders wichtig und bemerkenswert fanden.

1. Perle: »Google erweitert Art Project auch mit deutschen Partnern«

Vor etwa einem Jahr startete das Google Art Project, mit dem die Suchmaschine Kunstwerke in Museen Nutzern leicht zugänglich machen möchte. Nun verkündete Google die Zusammenarbeit mit wichtigen Kunstsammlungen wie den Staatlichen in Dresden oder in Berlin an. Über 150 Kultureinrichtungen nehmen am Projekt schon teil

Hier der Link zum Artikel »Google erweitert Art Project auch mit deutschen Partnern«

2. Perle: »Quo vadis nutzergenerierte Metadaten?«

Interessante Präsentation zum Thema: Quo vadis nutzergenerierte Metadaten?: Die Bedeutung von nutzergenerierten Metadaten (NGM) für Bibliotheken, Archive und Museen (BAM) wird oft diskutiert aber selten empirisch untersucht. Die Autoren befragten 51 Einrichtungen zu Relevanz und Akzeptanz von Kommentaren, Tags und Bewertungen für bestimmte Aufgaben in BAM. Die Teilnehmer sehen große Potenziale für den Einsatz von nutzergenerierten Metadaten, setzen die entsprechenden Funktionen aber nur selten ein und gaben häufig an, dass deren Akzeptanz bei ihren Nutzern eher gering ist. Neben den Umfrageergebnissen werden motivierende und hemmend Faktoren für den Einsatz sozialer Software diskutiert.

Hier der Link zum Artikel »Quo vadis nutzergenerierte Metadaten?«

3. Perle: »Neues DFG-Projekt an der ULB gestartet: Digitalisierung von Theaterzetteln«

Anfang Februar 2012 startete das dritte von der DFG geförderte Digitalisierungsprojekt an der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Düsseldorf. Digitalisiert werden 10.000 Theaterzettel aus dem Zeitraum von 1802 bis 1918 aus dem Bestand der ULB.

Hier der Link zum Artikel »Neues DFG-Projekt an der ULB gestartet: Digitalisierung von Theaterzetteln«

4. Perle: »Neue interaktive Info-Systeme im Kulturhistorischen Museum«

Spannendes Projekt: Dreidimensionale Rekonstruktion des mittelalterlichen Dreikönigsaltars der Johannisklosterkirche ermöglicht einen Eindruck vom Gesamtkunstwerk

Hier der Link zum Artikel »Neue interaktive Info-Systeme im Kulturhistorischen Museum«

5. Perle: »US-Verlage starten Flatrate für E-Paper. All you can read«

Kurz nach dem Start der E-Book-Flatrate Skoobe in Deutschland starten US-Großverlage einen ähnlichen Versuch für elektronische Zeitschriften: Für 9,99 Dollar pro Monat können Tablet-Nutzer 27 verschiedene Magazine lesen.

Hier der Link zum Artikel »US-Verlage starten Flatrate für E-Paper. All you can read«

Wir wünschen allen Lesern und Kunden von Editura ein frohes Osterfest und vier erholsame Tage!

Bildquelle: Perlen der Woche: ausgewählte Linktipps zu Digitalisierung, Archiv, Bibliothek und Museum. Foto: Grace Winter/pixelio.de